Grubenwehr - Spezialeinheit unter Tage
In ehemaligen Bergbaugebieten sind ungesicherte Stollen, Schächte und Tagebrüche weiterhin eine reale Gefahr.
Rettungswesen
„Grubenwehr im ehemaligen Bergbaugebiet wird auch heute noch dringend gebraucht!“
Im Falle eines Bergschadens rund um die Uhr erreichbar unter:
Nur speziell ausgebildete Einsatzkräfte können Risiken absichern, Gefahren erkennen, schnell eingreifen und Leben retten. Die Grundlage dafür: gezielte Erkundungen und Dokumentationen unter Tage. Denn alte Grubenbaue bergen nach wie vor erhebliche Gefahren: einsturzgefährdete Stollen, verbrochene Schächte, unerwartete Tagesbrüche oder wasserführende Hohlräume.
Einen Eindruck von der Arbeit der Grubenwehr erhältst du im Video weiter unten auf dieser Seite.
Einsatzkräfte
Grubenwehr in Sachsen
Ausbildung & Einsatzbereitschaft
Seit über 115 Jahren sorgt die Grubenwehr durch regelmäßige Übungen über und unter Tage für eine einsatzfähige Struktur. Jährlich finden Pflichtübungen unter Atemschutz statt, darunter standardisierte Belastungstests, Langzeiteinsätze und realitätsnahe Untertageübungen. Ergänzt werden diese durch theoretische Schulungen. Bei der BsS Bergsicherung Sachsen besitzen zudem alle Grubenwehrleute eine Höhenretterqualifikation und trainieren zusätzlich mehrtägig den Einsatz mit Seiltechnik.
Damit alle Grubenwehrleute diese Anforderungen erfüllen können, organisiert die Wismut-Grubenwehr am Standort Aue rund 70 Ausbildungstermine pro Jahr. So wird sichergestellt, dass jedes Mitglied mindestens sieben Übungs- und Schulungstermine erfüllen kann.
Typische Einsätze
Erkundung & Dokumentation
Ein zentraler Bestandteil der Grubenwehr ist die präventive Erkundung und Dokumentation unter Tage in Bergbaugebieten.
Typische Aufgaben sind dabei:
- Befahrung von alten Schächten
- Vermessung und visuelle Kontrolle von Hohlräumen
- Einschätzung der Stabilität
- Dokumentation der Wetterführung
- Grundlage für Verwahrungs- oder Sicherungsmaßnahmen
Die Bergsicherung Sachsen war in den vergangenen Jahren aktiv an Einsätzen beteiligt, wie:
- Befahrung und Dokumentation eines stillgelegten Schachtes im Bereich Schneeberg zur Klärung der Wetterführung
- Erkundung des auflässigen Schurfes 251 bei Johanngeorgenstadt – als Grundlage für spätere Verwahrmaßnahmen
- Mit Seiltechnik, Spezialausrüstung und viel Erfahrung werden untertägige Anlagen analysiert und dokumentiert – oft unter extremen Bedingungen.
Im Notfall
Rettungseinsätze unter Tage
Offene Stollen und Schächte ziehen immer wieder Abenteurer und Mineraliensammler an. Doch diese verkennen die Risiken: tiefe Stürze, einstürzende Hohlräume und eindringendes Grubenwasser gefährden nicht nur das eigene Leben, sondern auch das der Einsatzkräfte im Notfall.
Darum unser Appell: Betreten Sie ungesicherte Grubenbaue keinesfalls – es besteht akute Lebensgefahr.
Dank eines zentral gesteuerten Alarmierungssystems werden Notfälle durch Rettungsleitstellen, Einsatzleiter der Feuerwehr oder Betreiber bergbaulicher Anlagen unmittelbar an die Grubenwehr übermittelt. So kann in kritischen Situationen ohne Zeitverlust reagiert werden.